Umweltdelikt im Pfaffennasenwald – Gemeinde schaltet Kantonspolizei ein
Was Spaziergänger im Pfaffennasenwald entdeckten, hat Besorgnis ausgelöst: acht leere Ölflaschen, achtlos zurückgelassen, und mittendrin eine dunkle Ölaustrittsstelle im Waldboden – stiller Zeuge einer Verschmutzung, deren Ausmass erst nach und nach sichtbar wurde.
Rund acht Liter Altöl sind in den Boden gelangt. Keine Kleinigkeit, keine harmlose Verunreinigung – eine Menge, die auf einen grossen Motor schliessen lässt und die Frage aufwirft: Wer hat hier auf Kosten der Natur gehandelt?
Der Gemeindepräsident liess keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Lage: Er beauftragte die Kantonspolizei umgehend mit einer Spurenanalyse und erstattete Anzeige. Auch die Leiterin des Umwelt-Schadendienstes beim kantonalen Amt für Wasser und Energie wurde eingeschaltet. Das kontaminierte Erdreich musste noch vor Ort abgetragen und fachgerecht entsorgt werden, um Schlimmeres zu verhindern.
Denn was viele unterschätzen: Motoröl ist kein Kavaliersdelikt. Ein einziger Liter Altöl kann bis zu einer Million Liter Grund- oder Trinkwasser ungeniessbar machen. Gelangt Öl in den Boden, sickert es unaufhaltsam weiter, löst sich im Grundwasser und verändert Geschmack und Geruch riesiger Wasserreserven – oft unbemerkt, bis der Schaden längst geschehen ist.
Zuwiderhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz (SR 814.20) und das Umweltschutzgesetz (SR 814.01) sind keine Bagatellen, sondern Offizialdelikte. Das bedeutet: Die Strafverfolgungsbehörden sind von Gesetzes wegen verpflichtet, der Sache nachzugehen – unabhängig davon, ob jemand Anzeige erstattet oder nicht.
Wer den Verursacher kennt oder in den letzten Wochen etwas Verdächtiges im Bereich des Pfaffennasenwaldes beobachtet hat – ungewöhnliche Fahrzeuge, Kanister, Personen –, ist herzlich gebeten, sich zu melden:
- Gemeinde Berg: +41 71 455 11 92
- Kantonspolizei: +41 58 229 49 49
Jeder Hinweis zählt. Helfen Sie mit, den Verursacher zu ermitteln und unser Grundwasser zu schützen.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.